Effizienzhaus 40 mit QNG-PLUS
Was „komplett effizient“ hier konkret heißt
Effizienz ist kein Etikett, sondern eine Kette aus Bauteilaufbauten, Anlagentechnik und Nachweisen. Die folgenden Werte stehen als geschuldete Beschaffenheit im Bauvertrag.
Bauteile und U-Werte
Die U-Werte sind Bauteilwerte einschließlich des Holzanteils der Ständer und Balken. Der reine Dämmstoffwert läge rechnerisch besser — er beschreibt aber nicht die gebaute Wand.
| Bauteil | Dicke | U-Wert W/(m²K) | Aufbau von innen nach außen |
|---|---|---|---|
| Außenwand | 38,3 cm | 0,12 | 12,5 mm Gipsfaser · 15 mm OSB als Luftdichtungsebene · 240 mm Holzständer mit eingeblasener Zellulose (λ 0,038) · 100 mm Holzfaserdämmplatte (λ 0,042) · 15 mm mineralischer Putz |
| Innenwände | 12,5 cm | — | Holzständer mit Gipsfaser beidseitig, Hohlraum gedämmt |
| Zwischendecke | 32 cm | — | Holzbalkendecke mit Beschwerung · 30 mm Trittschalldämmung · 65 mm Zementestrich mit Flächenheizung |
| Oberste Geschossdecke | 44 cm | 0,10 | 400 mm Zellulose zwischen und über den Balken (λ 0,038), Dampfbremse, Gipsfaser; darüber unbeheizter Spitzboden |
| Dach des Bungalows | 42 cm | 0,11 | 340 mm Zellulose zwischen den Sparren, 60 mm Holzfaser-Aufdachdämmung, Abdichtung, Kies |
Luftdichtheit: n50 ≤ 1,0 h⁻¹, nachgewiesen durch zwei Messungen nach DIN EN ISO 9972
Anlagentechnik je Haustyp
Die Wärmepumpe ist auf die überschlägige Norm-Heizlast plus Warmwasserzuschlag ausgelegt und auf die nächste Marktgröße gerundet. Eine größere Maschine wäre nicht besser — sie würde takten.
| Typ | Wärmepumpe | Photovoltaik | Speicher | Heizlast |
|---|---|---|---|---|
| EBEN 100 | 5 kW | 18,0 kWp | 15,0 kWh | 2,5 kW |
| VILLA 120 | 5 kW | 4,0 kWp | 5,0 kWh | 3,0 kW |
| VILLA 140 | 5 kW | 4,8 kWp | 5,0 kWh | 3,5 kW |
| VILLA 160 | 7 kW | 4,8 kWp | 5,0 kWh | 4,0 kW |
| VILLA 180 | 7 kW | 5,7 kWp | 5,1 kWh | 4,5 kW |
| DUO 130 | 5 kW | 9,2 kWp | 8,3 kWh | 3,3 kW |
Klimafreundlicher Neubau, KfW 297 und 298
Der Standard Effizienzhaus 40 zusammen mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude öffnet die höhere Förderstufe. Gefördert wird nicht mit einem Zuschuss, sondern mit einem zinsverbilligten Darlehen. Der Vorteil liegt nicht im Kreditbetrag, sondern in der Zinsdifferenz über die Laufzeit.
- Ohne das Qualitätssiegel bleibt es bei der niedrigeren Stufe. Deshalb ist das Siegel hier Vertragsbestandteil und kein Zusatzwunsch.
- Der Antrag läuft über die Hausbank und muss vor Vorhabenbeginn gestellt sein. Der Energieeffizienz-Experte ist Pflicht und in der Kalkulation enthalten.
- Nach Fertigstellung bestätigt der Sachverständige die Einhaltung. Erst dann bleibt die Verbilligung bestehen.
Warum Zellulose und Holzfaser
Die Dämmung entscheidet über zwei Dinge gleichzeitig: über den Heizwärmebedarf und über die Ökobilanz, die für das Qualitätssiegel gerechnet wird. Eingeblasene Zellulose aus Recyclingpapier bindet Kohlenstoff, statt ihn bei der Herstellung freizusetzen, und füllt das Gefach fugenlos aus. Die Holzfaserplatte außen übernimmt zugleich den sommerlichen Wärmeschutz: sie ist schwer und verzögert den Wärmeeintrag um Stunden — genau das, was ein Dachgeschoss im August braucht und was eine gleich gut dämmende, aber leichte Platte nicht leistet.
Was am Bau nachgewiesen wird
- Erste Blower-Door-Messung, solange die Luftdichtheitsebene zugänglich ist — ein Leck lässt sich dann noch finden und schließen
- Zweite Messung am fertigen Gebäude als Nachweis
- Thermografie der Gebäudehülle bei ausreichendem Temperaturunterschied
- Hydraulischer Abgleich der Flächenheizung, dokumentiert je Raum
- Bestätigung nach Durchführung durch den Energieeffizienz-Experten
- Zertifikat der QNG-Zertifizierungsstelle