Ca. 127,5 m² Wohnfläche · 5 Zimmer · Erdgeschoss + ausgebautes Dachgeschoss · Außenmaß 9,88 × 9,00 m · Satteldach 41° · Kniestock 1,25 m · ohne Dachüberstand, bündige Traufe und Giebel · durchgehender Installationskern · Fassade mineralischer Glattputz · Dach anthrazit, Flachziegel
Eine Wand trägt alles — 4,50 m, Giebel zu GiebelInstallationswand und Wohnzimmerwand liegen in derselben Achse und sind eine einzige durchgehende Wand. Sie halbiert die Spannweite der Geschossdecke von 8,30 auf 4,15 m und nimmt die Firstpfette auf. Weil die Achse keinen Versatz mehr hat, entfällt der Unterzug über dem Wohnbereich samt Stahlschuhen; die Decke bleibt glatt. Alle Deckenbalken haben dasselbe Maß, alle Wandelemente dieselbe Achse — das ist der billigste Weg, ein Haus zu stellen.
Dieselbe Wand führt alle LeitungenKüchenzeile, Gäste-WC, Waschmaschine und Trockner hängen an dieser einen Wand, im Dachgeschoss das Bad darüber, alles am selben Schacht bei 7,80 m. Der Schacht geht bis übers Dach: Entlüftung des Fallrohrs, Fortluft der Lüftung und das Leerrohr für eine spätere Photovoltaikanlage. Kein Rohr quert eine tragende Achse.
First Ost–West: die ganze Südseite bleibt freiEine Photovoltaikanlage gehört nicht zum Lieferumfang — das Dach ist dafür vorbereitet: Leerrohr vom First durch den Installationsschacht bis zum Zählerplatz, Dachhaken im Standsicherheitsnachweis berücksichtigt. Auf die Südfläche passen 21 Module zu 1,14 × 1,80 m, also rund 9,2 kWp. Dachfenster sind bewusst keine vorgesehen: Sie kosten genau diese Fläche, sind die häufigste undichte Stelle im Dach und heizen im Sommer auf.
Kniestock und die Zwei-Meter-LinieDer Kniestock hebt die Außenwand im Dachgeschoss an, bevor die Schräge beginnt. Nur der Streifen, in dem der Raum niedriger als zwei Meter ist, zählt halb zur Wohnfläche — bei diesem Kniestock und dieser Neigung ist er weniger als einen Meter breit. Dort stehen Bett, Wanne und Schränke, also Dinge, die keine Stehhöhe brauchen.
Holzbau mit mineralischem GlattputzAuf die Holzfaser-Dämmplatte kommt ein 12 mm starker mineralischer Glattputz in gebrochenem Weiß, biozidfrei — kein Kunststoffputz, der mit Algiziden gegen Algen arbeitet und diese über die Jahre auswäscht. Der Sockel bleibt auf 30 cm anthrazit, dort spritzt das Wasser hoch. Das Haus sieht massiv aus und wird trotzdem als Holzrahmenbau im Werk vorgefertigt.
Bündige Traufe, bündiger GiebelDas Dach endet auf der Fassadenflucht — kein Überstand an der Traufe, keiner am Giebel. Das ergibt den scharfkantigen, kubischen Baukörper und spart Sparrenlänge, Traufkasten und Untersicht. Dafür trifft Schlagregen die Fassade ungebremst: Ortgang und Traufe bekommen ein Formblech in Anthrazit, die Fensteroberkanten eine Abdichtung mit Dichtband und Abtropfkante, und die eckige Kastenrinne aus Titanzink hängt unmittelbar vor der Wand.
Technik, Hauswirtschaft und Vorrat in einem RaumWärmepumpe, Lüftung, Hausanschluss, Waschmaschine und Trockner liegen zusammen am Schacht, dazu eine Arbeitsplatte und ein Vorratsregal. Die Außentür liegt an der Ostseite direkt neben der Wärmepumpe, der zweite Zugang führt von der Küche aus durch die tragende Wand. Das Gäste-WC nebenan hat eine Dusche und eine geschlossene Garderobe — Jacken und Schuhe stehen nicht in der Diele.
Treppe in der DieleDie gerade Treppe mit 15 Stufen liegt direkt am Eingang. Der Durchgang zum Wohnbereich ist eine zweiflügelige Schiebetür: 1,60 m lichte Breite, beide Blätter laufen hintereinander in die Wandtasche unter dem Treppenlauf. Über ihr ist ein Luftraum bis unter den First, dadurch ist die Diele hoch; das Licht kommt über das Giebelfenster. Oben kommt man mitten im Flur an, von dem alle Räume abgehen. Der Wohnraum bleibt frei von Durchgangsverkehr.
Spitzboden als ReserveÜber der Decke auf 2,50 m bleibt ein Spitzboden für Lüftungsleitungen und Stauraum. Er ist über eine Bodentreppe im Flur erreichbar.